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Full text of "Alemannia: Zeitschrift für Sprache, Litteratur und Volkskunde des Elsasses ..."

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Zeitschrift 



für 



Sprache, Kunst und Altertum 



benoudera des 



alemannisch - schwäbischen Gebiets 



beRründot 



Ton 



t Anton Birlinger 



fortgeführt 



vou 



Frldrloh Pfaff. 



Zwanzigster Band. 



Bonn 

P. Hansteins Verlag. 
1892. 



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1399I27 



t>0 H. Maver. 

AulVand hoini Eiuplang verbeten. Die Universität beschloss 
dcHliall) nur, Jacobi solle „ein Cantate machen, das dann die 
Studenton b(»i einem zu veranstaltenden musikalischen Aufzog 
mit Fackeln abzusingen hätten. Damit dieses mit Anstand 
und in Ordnung geschehe, habe jemand von Ansehen die nö- 
tige Leitung zu übernehmen." Einige von den ^ gesetzteren "* 
Akademikern, nach späterer Vereinbarung aus jeder Fakultät 
drtM oder vier, sollten ausgewählt werden, die ^sich getrauten," 
dem (iroülierzog autV.uwarten und «das Cantate mit einem 
»chicklichen Spruch ihm zu präsentiren.** 

Die ilfirat S^apohons wii7 ^faria Louise feiert das Ma- 
trikelbuch duivh folgende Worte: Secunda Aprilis eiusdem 
anui ^l8i^»M Napoleon Oalliarum Imperator et Rex Italiae cum 
Maria Ludovica Francisci IL Austriae Imperatoris, Bohemiae 
ot Hungariae Kegi.< tilia nuptias iniit, quas Deus optimus diu- 
turnao pacis pignus esse velit. 

In demselben Jahre 1809, am 19. Nov.. wurde zur Feier 
des so glücklich endigtMiden Feldzugs Napoleons gegen Kaiser 
bVanf» den ehemaligen Landesherni. und des schließlich er- 
rungtMxon $ieg\*s üln^r Erzherzog Karl, den einstigen Rektor 
der Albertina, in Form eines Pontitikalamtes usw. ein Friedens- 
fifsf ijofeien. 



l^Ass der v^Vu cr^\,^hr.ie Wunsch des Matrikelbuches, 
der >r\iov,faV.s auch N^i diesem Friedensfest allüberall gehegt 
>Äuni*\ sL^s> sAji^^ 0^. dieser Wunsch nach einem recht lan^e 
d.t;;o;T,icv Krie\icn Vticl:: :u KrtuIIuni: sv^rancen ist. lehrt die 
\^oso>;v*>u\ IVr isi-e Karl W.tslrich hat frviiich denWieder- 
aus^:^;^*^ ,ios Krio^^^, der Tauser.de seir.er Lande$kinder auf 
stcv Sn-.^v,<n^ ,,:ui Kis:e^:er:\ Kus^-.sr.vis ir.s Grab gebenei hat, 
'v.s^: ^.i'O^r ;'r-,>: IVr T.\i >a; >.r. v.^r dresem Schmerz 
V>ftA'^:^ ,\r*. ? />> ' . •>:: ha: er :r,i >o Leben^xahr nach 
"',*'' A> ,si . v,v,U*.\*^>r;j:vr Ke^rriir-c ias Zeitlicne ge- 
>»ri* ;' V'i >fc\: vV .\V.tr * v^v,it>^Ä:vr n: wahren Sinne des 

S'>* ' ^ ' ,^ >fc;^r :v V".,i;T N- v^fc.i'r:. X:: R^'ht hob 



.:t* *"- rC* -sf- ? 



64 Ed. Hevck. 

gillo nondum iititur fideliter communitura. Ego R. predictuö 
dominus de Üsenberc quia adhuc sigillo proprio careo sigillo 
prefati H. patruelis mei presentibus sum contentus. Acta sunt 
hec publice in Kencingen debita legalitate adhibita presentibus 
Wal. dapifero, Frid. de Herbotzheim et Uol. dicto Zolner mi- 
litibus, Hugone dapifero, Johanne de Sechingen et Martine 
aliisque lide dignis, iii» feria ante Margarethe anno Domini 
m°. cc^. Ixxi^ 

Orig, (im Archiv der üniversitüt Freihurg,) — Perg. Das 
Dreiecksiegel Hessos beschädigt; lesbar: -h S\ HfEjSSONIS: 
DEf: . . . .]BERC: 



II. 

1271. Nov. 12. Orvieto. 

Gregorius episcopus servus servorum Dei. Dilectis filiis . . 
magistro et fratriV)US hospitalis Jerusalemitani in || Alamania 
salutem et apostolicam benedictionem. Cum a nobis petitur, 
quod iustum est et honestum, tarn vigor equi || tatis quam ordo 
exigit rationis ut id per sollicitudinem officii nostri ad debitum 
perducatur eflectum | . Exhibita siquidem nobis vestra petitia 
continebat quod Godefridus de Stofen iunior miles Constan- 
tiensis diocesis curtim de Wistac*), quam a nobilibus viris 
Hessove^) et Rodolfo dominis de Uesemberg eiusdem diocesis 
tenebat in feudum, ad id accedente consensu predictorum 
nobilium, vobis vendidit pro certa pecunie quantitate et tandem 
iidem nobiles proprietatem huiusmodi curtis hospitali vestro et 
vobis donarunt intuitu pietatis , prout in litteris inde confectis 
plenius dicitur contineri . Nos itaque vestris supplicationibu» 
inclinati quod super premissis '.provide factum est ratum et 
firmum habentes id auctoritate apostolica confirmamus et pre- 
sentis scripti patrocinio communimus. Nulli ergo omnino ho- 



') 1. Wistat. 

^) Hessoue. I. Hessone. 



6(5 Ed. Heyck. 

arf^enti quam pars parti sollempni stipulatione intorposita 
se .soluturam proniisit, si qua decisionem et pronunciationem 
(lictoruni arbitrorum siinul vel divisiin factam non servaverit 
parte altera ()l)scrvante. Si vei*o quod absit inter preiio- 
minatos niagis^tros divisa lata fuerit sentcntia, simul vel 
divisim utorque suam sententiam sub si^illo suo domino 
episcopo predicto a iiobis pro medio electo destinet, ut ipae 
examinatis et inspcctis causis et rationibus sententiam alter- 
utrius predictorum magistrorum appro])et et contirmet prout 
iudicat expedire. Nosque ipsius domini episcopi approba- 
tioni arbitrio et decreto cum sententia alterius preniis- 
sorum concordanti .stal)imus in hac parte ȟb ])ena superius 
nominata, renuntiantes insuper pro nobis et nostris succes- 
soribus bent^ticio restitutionis in integrum omnique actioni 
exceptioni et iuris auxilio (juibus contra premissa vel aliquid 
premissorum |ve|nire possemus alicjuatenus vel iuvari, spe- 
cialiter autem iuribus dicentibus generalem renunciationem 
n(m valere et literis impetrandisa sede apostoliea vel aliundfe et] 
sp[ecialiterj forme dicte ea cpie de bonis maiori et minore 
duraiite ccmipromisso liuiusmodi et pendente. Placuit etiam 
nobis ut dicti arbitri terminum po[ss|int prorogare si opus 
luerit et voluntas partium vel procuratorum eorum accedit . 
In (piorum evidenciam nos dominus Rftdolfus de Üsenberg 
sigillum nostrum et nos commcndator et Iratres dicti eonventus 
sigillum domus nostre presentibus duximus apponendum. 
Datum et actum anno Domini m^ cc" Ixxxx^ sexto, quinta fe- 
ria ante i'estum beate Margarete, in oi)ido dicto Kenzingen. 

Orig, — Pi'rgament (inodentd). Vt^n ihn 2 Siegehi nur 
lUfCh der eine Befestigungsstreifen erhalten. 



IV. 

(12in. Mai If^ oder bald danach.) 

. . Prepositus ecclesie Columbrensis, iudex subdelegatus 
ab honorabili viro . . domino decano ecclesie sancte Trini- 
tatis Spirensis ludice unico a sede apostoliea deputato, discreto 



r,8 Ed. Heyck. 

Hihi hhIvo. I\)iTccta est hec ])Ctitio anno Domini m^'.cc'^.lxxxx*» 
Ho.ptinio, sahhatho ante ascenHionem Domini. 

Or///. — Pi^rij. Das S. des Propst tis feil weise beschädigt; von 
der Unterschrift lesbar: 
/S y PREPOSTI COLVNBARlENSflSj. 



V. 

/l'//7. Okt. !K k>)ni7Hjen, 

Nos KudoUus dominus de Üscnberg omnibus presencium 
inspectorÜMis vv.\ u^esti^ noticiam cum salute. Ne veritas occul- 
tftur notnm laoinms universis prosentes litteras |, inspectaris 
et tenore presi^ncium reco^ifnoscimus et fatemur quod curtis 
in Winstat. (|uam patnuis noster llesso de Üsenberg nomine 
suo et nostro, cum adlnic minores i' annis esvsemus ut credimus, 
cjuamvis IVatres inrraseri}>ti hoc nullatenus fateantur, vendidit 
Ol assi^niavit cum omnüms attinentiis suis, prout in instrumento 
super lioc contecto plenius continetur, viris religiosis . . con- 
mendatori ot . . IVatribiis sacre d(mms hospitalis saucti Jo- 
h;innis JiTosoJimitani in Friburg Briscaugie Constantiensis 
dyocesis iure proprietatis perpetuo possidendam^ numquam 
propria nostra tuit nee in ea dominium directum habuimus, 
sed utile tantuiu. eo quod prefatam curiam ab ecclesia Basi- 
liensi nos et predecesscu'es nostri in teodum tenuimus, ad 
q\iam diriH'tum dominium seu ins proprietatis tunc pertinebat 
et adhue dinoscitur pertinere . Et (|uia pretatus patraus noster 
pnulictis eonnuMidatori et Iratribus se nomine suo et nostro 
ad autorisationem et warandiam non solum quo ad titulum 
proprietatis sod etiam quo ad eauetionis periculum obligavit 
title data nomine iuramenti. nos predietam venditiouem et 
obliji'aeionem nomine nostrt> et omnium successoram nostronim 
pro no>tra nuMÜa parte diete curie imper^vetuum ratam ha- 
t>ei\tt»s v{ tenore pre^entium innt^vantes promisimus et pro- 
mittimu> per presentes nos laboraturos et operam daturos 
personaliter eun\ etVeetu usque ad nativit«stem Domini proxime 
Nenturam. quod eeelesia Hasilien>is prediota prefatam vendi- 



70 Ed. Hevck. 

VI. 

IHM, Jan. 10. Basel. 

Nos Gerardus Dei gracia Basiliensis episcopus notum 
facimus universis ad quorum noticiam presentes littere pervc- 
nerint quod super causa vel materia questionis que iam dudum;, 
vertebatur vel verti credebatur inter predecessores nostros 
nosque et ecclesiam Basilieusem ex uua et religiöses viros . . 
commendatorera et fratres domus hospitalis sancti Johannis" 
Jerusalerait^ini in Friburgo Coustantiensis dyocesis ex parte 
altera super curia dicta Winstat et iurepatronatus capelle 
ibidem dicte Coustantiensis dyocesis cum omnibus pertinenciis 
eorundem ob bonum pacis et concordie et ad parcenduni 
laboribus et cxpensis de communi consilio et unanimi consensu 
canouicorum nostrorum compromisimus et presentibus com- 
promittimus una cum dicto . . comendatore et . . fratribus in 
honorabiles et sapientes viros dominum Ottonem de Aventicia 
canonicum ecclesie Lausanensis nostrum in spiritualibus 
vicarium generalem et magistrum Petrum prepositum ecclesie 
Columbrensis oftlcialem ourie nostre Basiliensis necnon fratrera 
Burcardum dictum de Lowenegge comendatorem domus hospi- 
talis predicti apucl Rinvelden tamquam in arbitros arbitratores 
et amicabiles compositores dantes eisdcm mandatum et potc- 
statem procedcndi in ipsa causa et lite iuris ordine observato, 
ita ut si ius alterius partis darum invenerint illud ipsi parti 
adiudicent, si autom dubium, tunc de piano sine strepitu iu- 
diciali diel:>us iVriatis vel non teriatis> in quocumque loco ma- 
luerint partibus presentibus vel absentibus vocatis vel non 
vocalis et si per viam iuris inceperint, per viam arbitrationis 
vel compositionis ulterius procedere valeant et diflfinire de 
alto et basso prout voluerint et eis videbitur expedirc. pro 
mittentes presentibus pro nobis nostrisi|uo suecessoribus, sab 
pena centum mareanim argenti solvendarum parti parenti ar- 
bitrio per partem arbitrium non servantem et sub periculo 
cause predicte, ratam et gratam nos habituros quicquid per 
eosdem arbitros seu arbitratores sententiatum laudatum vel 
arbitratum tuerit concorditer in premissis. renuneiantes nichi- 
lominus pro nobis nostrisque sueeessoribus onniibus defensiu- 
nibus exceptionibus tarn iuris consuetudinis vel t'acti privile- 



Breisgauische Urkunden. 71 

g^is et Omnibus litteris irapetratis vel impetnindis beneficio 
restitucionis in integrum et omni auxilio vel Ix^icficio nunc 
competentibus vel in po.stcruni compotituris «luilnis contra 
premissa venire possemus vel in toto vel in parte etiam si 
renuntiationem exigant spei ialeni . In cuius rei tcstimoniuni 
et robur sigillum noötrum una cum sigillo cnpituli nostri Ba- 
siljensis presentibus est appensum . Nos vero . . prepositus et 
capitulum ccclesic Basiliensis sigillum Ciipituli nostri ad sigillum 
predicti domiui nostri episcopi presentibus duximus ap|)en- 
dendum in memoriam peri)etue nostre ratihabicionis et testi- 
monium omniura premissorum . Datum Hasilee anno Doniini 
ra^.ccc*». (juarto decinx», f'eria (juinta proxima post l'estum 
epiphanie ciusdem. 

Orig. — Perg. Vom S. des Blachttfs ein Itest, (fan den 
Kajntels guterhalten. 



VII. 

1314, Febr. S. Hheinfelden. 

In nomine Domini amen. Noverint universi (|Uos iiosse 
fuerit oportunum. (|Uo nos . . Hartmann us prepositus, . . Otto 
decanus et i capitulum ecclesic Basiiiensis conpromissum per 
reverendum patrem et dominum Gerardum Dei gracia Bnsi- 
lieiieem episcopum nomine suo et ecclesie predicte ex parte 
una et religiosos viros . . conmend«*it()rem et fVatres domus 
hospitalis sancti Johannis Jerusalemitani in Vriburgo Con- 
stanciensis dyocesis ex parte altera super causa et (luestione, 
que vertcbatur seu verti credebatur inter partes pref'iitas 
super curia dicta Wistat et iure patronatus Ccippelle ibidem 
com eorum pertinenciis Constanciensis dyoc<*sis, t'ai.'tam in 
bonorabile» viros dictum dominum . . Ottonem de Avenlicia 
canonicum Basiliensem et L^uisanensem et generalem vicarium 
in spiritualibus domini episcopi predicti necnon magistrum 
Petrum prepositum ecclesie Columbariensis ofllciab'm ciirie 
Basiiiensis atque l'ratrem Burcardum de Levnecke decret<»nim 
doctorem conmendatorem domus hospitalis predicti aput Hin- 



Oberschwäbisches Volkstheater. 81 

Actus I. Scena 1. 

Simon Mag'us beförderet seinen Anhang nicht nur durch das 
Wohlleben, so er seinen Anhängeren verschafft, sonderen 

Scena 2. 
Auch durch sein scheinheilig- frommes Leben; wordurch 

Scena 3. 
Er von vielen, und nicht ohne Ursach, geöhret wird. Dann 

Scena 4. 

Er sogar hart Gefangene auf freien Fuß durch ein Wunder stellet; 

welche 

Scena 5. 

Befreiung dem Kerkermeister teuer kommen wäre, wann nicht 

Scena 6. 

Simon Magus zu seiner Ehrenvergrößerung die Sach selbsten ent- 
deckt hätte, die sogar er mit einem Haupt -Wunder zu unterstützen 

sich antraget. 

M u s i c a. 

» 

Actus II. Scena 1. 

Scena 2. 

So Ihme aber nicht- sonderen 

Scena 3. 

Simoni Petro gelinget. Deßwegen 

S c e n a 4. 

Er, Simon Magus, ganz beschimpfft von denen Seinigen sich ab- 
sonderet; wordurch 

Scena 5. 

Er ihme neuen Anhang erwerbet; den 

Scena G. 

Simon Petrus aufs neue zernichtet, folglich der gantze Betrug Simonis 
Magi jcdermänniglich vor Augen ligt. 

Beschluss in der Music. 

A c t o r c s: 



Audi fax: Josephus Baumgartner. 
Clepax: Johannes Schauler. 
Helena: Catharina RittehnUnnin. 



OtwinrtZ-/?a<A;MathäusRittelmann 
Simon Magus: M nuritiusRittelmann 
Simon Petrus: Georgias Ritter. 



Jadridoth: Joannes Neponiucenus|C/r//;/^/rÄez: Christianus Rittelmann. 

Kranß. \Schlupff-Lovh: Mathäus Rittor. 

Kachel-Brecher: DominicusKorner.|«Sa</rt Wn/Vx: Catharina Rittelmän- 
Kereker- Meister: Joannes KYH.\\f^.\Ziahelj : Francisca Ritierin. [niu. 



H2 P. Beck. 

In der Music. 

Daniel: ChriHtoplioniR Kraus. 

hUvimvvmlftch: JoannoH Nepomuccnus Krauß. 

,- ^...^ ,.^ -. 1 Christianus Rittelmann. 

Zwvu (iötzen-Pfaffen: \ , ^ 

•' I Joannes Kraus. 

h'fiiiitjrricfi IWsieti: Maria Anna Kraußin. 

O. A. M. D. G. 

Dor Soliauplatz wird eröft^iet bey Christoph Kraus, oder so- 

pMiauntcn Modo-Schuhmacher seiner Behausung. Ersterer Sitz 

suchet der Descretion anheim gestellt; sonsten gibt eine Peraon vier 

KnMUKor. 

Mit Erlaubnis der Obrigkeit. 

VorscbttMiono Jalire später im Jahre 1779 führte die „löb- 
lioho Hürjroi^olmft des balerischon Marktfleckens ILLERTISSEN« 
oiu Trauorspiol: «Heroische Vaterliebe*' in 3 Aufzügen auf, 
ilosson (iliedoruug gleichfalls in einem nunmehr überaas sel- 
lonon Flugblatt auf 2 unpaginirten BU. mit besonderem durch 
oiuo Vignette geziertem Titelblatt nebst einer Liste der mit- 
wirkoudon Pei^sonen, aber ohne Szenarium und Angabe des 
Pruokoi's und Oruokortes in gr, 4* bei Wagner in Ulm gedruckt 
>\ui\lo, IXHii Stück steht ziemlich über dem Söflinger Drama; 
schon der Plan vcn\*it ein merkwürdiges Ding: neben dem 
«rauhen König" und «falschen, treulosen Minister- des 17. Jahr- 
hunderte kommt tast bereit^i etwas Itflandscher Rühr- und 
Uit\ionu,^nnston zum Ausdruck: dazu das Wildnismotiv aus 
l^onovoi'a und andern Ähnlichen tH*ht deutschen Volksbüchern, 
Tnd last not least t^guriren auch noch ein Harlekin, Zau- 
NMvr und .K,nritütcnmann~ im Spiel. Verfasser ist wieder 
kcn^cv Ai^^^^^^lvn: Musik scheint in dem Trauerspiel überhaupt 
nü*b> \ orrakou^.u>cn, DasseUn^ scheint wie da* vorige in einem 
i:x^>cMvNs>or,cv. K,^v,mo» und nicht etwa im Freien aufgeführt 
>ÄO^\\cr» s\\ si^ir.; unter den l^irsix^lleni kommt keineriei weib- 
>,c>c K. r,c \or Auch \ v^u di^s^^u^ Sif.ck p?ben wir nachstehend 
*K*r. ix\':r,:^Vur. IVxtJiusyug :^ Fl!, ur^vsigin^rt* ohne Druck- 

i'-.v, Tt*ucTS|v:K 



Hl V. Bock. 

Jt'hjt'r, /). .lohn IUI Vo^t. 
.A'/r/rr, /»;. Antnii Müller. 
th'itjn\ /•'. Allton UrhciiiHT. 
tiiiritdtt'Hvtiinn^ Ootthnrt Kbcrle. 



PKUSONKN DER PANTOMIME. 

rtintftfnn, K(*ini<;:iuH Schüler. 
Arit'tiniH, ('MHpiir Kisclicr. 
I.ipf», (\mnnl Dolni^er. 
y.tuihtrvr, XnviTius Hisi»liom>or«»er. 

Der Antiin^ ist ^enau um 2 Uhr. 

(JtMviss hat das Stück in den Ritterdramen, wie sie in 
Sohwahrn nnd !^ait»rn blühten, eine oder mehrere Vorlagen 
oder \or^;inj;:e. Einen solchen vermochten wir auch nach 
län;i*eiem Suchen tatv^iichlich in tollendem, im Jahre 17G2 im 
n.MKRWKNiJKNSTlK'l^ von iler daselbst studirenden Jugend 
^euelu ntMK ^leichtalls bei Wajrner in Ulm {'2 unpag. BIL ohne 
b»N»Midere> Titel bl,, n\il Vijrnette am Scliluss) gedruckten 
Stucke: »/>ii khhii'hht l.hht in ,/<i/x»«,** ein Schauspiel in 3 
\ut ui:cn und J Sini:>pielen mit Musik von P. JOH. GEORG 
\ i r PK UM .AN PKtv. Text verl'asM'r nicht anjre^elKMii, aufzufinden, 
n\ welchem ebt niali> ;i Kei>>phone und l Kpiphton vorkommen! 



/>iV \^i*ii1Hrhf /.iV.V 

n »;*^v/ Nvsv\;on S::*^ «ud Goius-Häuso zu 

V, i V * \.^t .iov K<vu:incn Ohor-HemMi «los 

H Vu^;i>r.n*. • ue \Vriio*v. :n Tan 

^ .*'.' .;, : v;Ä>oib>j >Jiui;-:'« n<icn Ju^rt^nd 

« 

>. •>, > iv \v. , s ,; /•..*r *. ;N ;* liT: «^apoB dor Welt 

V , •, N '.". v".* ;^: .: :i rr*, %v.v*>b eiuvr den 

V . .X .^v \ \^ V , ^ \ v ^T'r. vT>ia«'-rB r«)N>iion «Is 

. ■"'. . ' :•:,»*> ..»V K;»:: >«^*4r iiT^vBi^r Lohn 

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92 



P. Beck. 



Rosina. 



Arie. 



1. 



2. 



All jener Silherquelle san«^ 
Menalk von sanftem Triebe, 
Und das entzückte Thal erklang, 
Damöt, von deiner Liehe 
Die schüchterne Chlorinde brennt: 
Und wagts nicht, ihn zu suchen; 
Doch, weil sie seine Stimme kennt, 
Horcht sie bev dunkeln Buchen. 



Er san^ von Chlorens Zärtlichkeit, 

Und jenen goldnen Stunden: 

Da sich kein Gram, kein böser Neid 

In Triften eingefunden. 

Und da entschlief sie vom Gefühl 

Der Liebe ganz durchdrungen, 

Von Westen und vom Flötenspicl. 

Entzückend eingesungen. 



3. 



Menalkas kömmt, und, welch ein Glück ! 
Ruht sie zu seinen Füßen: 
Hier, sprach er, ist der Augenblick 
Mich einmal satt zu küssen. 
Chlorinde wurde ihn gewahr, 
Und dacht ihn scharf zu büßen. 
Allein, die ganze Buße Vv-ar, 
Sie wachend noch zu küssen. 



Vogel, 



L 



Leiden, Kummer, tausend Schmer 
Bringt die Liebe einem Herzen, 
Wenn es nicht zu lieben weiß. 
Amor, da er umherlauschet 
Und die Sinne oft berauschet. 
Stößt zugleich mit argem Fleiß 
Den vergiften Pfeil der Lust 
In die uii verwahrte Brust. 



Arie. 

2. 

zeii,|Obgleich Wonne und Vergnügen 
In dem Worte Liebe liegen, 
iWenn man nur recht lieben kann. 
Leitet Freundschaft iinsre Herzen, 
j Mischet Ehre sich ins Scherzen, 
Geht die Tugend stets voran; 
iDann entzückest du mit Lust, 
! Schöne Liebe unsre Brust. 



liosina. 
Vogel. 

Roüina. 
Beyde. 

Wirthin. 

Alle. 
Schulmeister. 

Wirthin. 

Schulmeister. 



1) netto. 

Kaum hab ich ihn recht gesehen, 
Da will er schon wieder gehen, 

Ach! so wart er doch auf mich! 
Ich will nach dem Dorfe gehen. 
Da kannst du mich wieder sehen, 

Kleine! Da erwart ich dich. 
Schnell will ich zur Wiese gehen, 
Dann ins Dorf, um dich zu sehen, 
Unterdessen lebe wol! 

Chor. 

Wisset, ihr zerlumpte Schrollen! 

Dass ich Frau vom Hause bin? 
Ihr sollt euch von hinten trollen: 

Frau, das gehet nicht so hin: 
Wir sind Gäste, die bezahlen. 
Ich Schulmeister will vor alh^n 
Mehr Respekt, mehr Respekt! 
Demi ich bin ein gelehrter Mann. 
Der immer in dem Wirthshaus steckt, 
Mit Lumpen zecht, und saufen kann. 
Fort, fort aus meinem Haus! 
Ich bin Schulmeister. 



OberschwÄbisches Volk8theat(»r. 



93 



Wirthin, 

Bauer. 

Wirthifi. 

Leichtsinn, 

Wirthin, 

Stock, 

Wirthin, 

Leichtsinn. 

Stock, 

Wirthifi. 

Alle. 



Fort, fort hinaus! 
Ich bin Gc8chworn('!r. 
Fort, fort hinaus I 
Ich ein Gereißtor — 
Fort, fort hinaus! 
Ich ein Gebohrner — 
Fort, fort hinaus! 
Violinist! 
Bassist! 



Hinaus mit dem Mist! 

Frau, (las j?eht nicht so geschwind! 

Weiß sie, dass wir Gäste sind? 
Schulmet^ter, iQh will Wein wo anders holen 
Wirthin, Und ich will, ihr sollt euch trollen. 

Ich will was zu essen brin^i^en. 

Wenn sie docli zum Henker ^ieno*en! 

Da könnten sie fressen, saufen, singen ; 

Aber nicht in meinem Haus. 

Dann wollen wir fresscMi, saufen, sin<^en, 

Ihr zum Trotz in ihrem Haus. 



Bauer. 
Wirf hin. 



Alle. 



Rosina. 



II. AUFZUG. 
A r i e. 



1. 



i> 



Pfuy! pfuy! pfuy! 

Ey doch! das alte Bartgesicht! 

Wie er nicht von der Liebe spricht? 

Geh er — ich mag ihn nicht. 

Pfuy! pfuy! pfuy! 



Such er sich eine Alte aus: 
I)i(\s steht ihm besser zu. 
Er si(^ht wie unser Wächter aus: 
Mich lass er nur mit Ruh. 



Stock. 



Arie. 



1. 



3. 



Ein Weibsbild ist ein närrisch Ding! 
Wenn man ihr Komplimente macht, 
So wird sie gleich verliebt gemacht; 



Ein Weibsbild ist ein närrisch Ding, 
Geht man nicht ihre Liebe ein, 
So stirbt sie fast vor Liebespein; 



Ein Weibsbild ist ein närrisch Ding.iEin Weibsbild ist ein närrisch Ding. 



2. 

Ein Weibsbild ist ein närrisch Ding; 
Wenn man nur einem Manne ghncht; 



4. 
Vaw Weibsbild ist ein närrisch Ding: 
Kaum bricht der frülie Morgen an, 
So wird ihr Herzchen gleich erweicht; So bittet .sie um einen Mann: 
Ein Weibsbild ist ein närrisch Ding. Ein Weibshild ist ein närrisch Ding. 

Leichtsinn. Arie. 

1. 2. 

Es fliegt die sanfte Ruh jDa fliegt die sanfte Ruh 



Den frohen Fluren zu 

Es ruft oft mancher in der Stadt, 

Der sehr viel Geld und Reich? hum hat: 

Wie vieles foderst du? 

Ach! bleibe sanfte Ruh! 



Den frohen Fluren zu. 
Wenn mancher auf das Unglück flucht, 
Die Sorgen zu erdrücken sucht, 
So fehlet ihm dazu 
Nichts, als d'w sanfte Ruh. 



8. 
Es fliegt die sanfte Ruh 
Den froh(*n Fluren zu. 
Weiui Abends sich der Bauer matt 
Vom Felde heimbeg^eben hat : 

Drückt ihm die sanfte Ruh 

Die müden Augen zu. 



OberBchwäbisches Volkstheater. 



95 



Wirthin, 



Alle. 



Werft alles Leid zum Fenster 'naus. 
Und ruft mit heller Stimme *raus. 

Runda, Runda, 
Frau Wirthin, sey sie nicht so faul, 
Schenkt ein, uns wässert schon das Maul, 

Juhesa! sa! sa! 
Kommt alle, kommt und folget mir. 
Und netzt das Maal mit Wein und Bier 

Runda! Runda! 
Wir alle kommen, folgen ihr, 
Und netzens Maul mit Wein und Bier. 

Runda! Runda! 



Leichtsinn. 



III. AUFZUG. 

R e c i t a t i V o. 

Ein Blick von mir! es ist gethan! 
Da lUngt Kupid zu stürmen an: 
Es frißt die heiße Liebesflamm 
Der Mädchen Herze ganz zusamm. 



Arie. 

Ha, ha! die Wirthin ist verliebt gemacht! 
Ha, ha! ich hab mir es zuvor gedacht! 
Ha, ha! ich hab es weit genug gebracht. 



Lucio. 



Arie. 

1. 
Was hab ich doch für einen Mann? 
Der nichts als fressen inid saufen kann. 



2. 
Ich wag mir keine halbe Wein: 
Muss stets geplagt und nüchtern sein. 

3. 
Und wenn ich nicht so fleißig war, 
Hätt' er schon längst den Hof nicht mehr 



A 1 1 e g r o. 

1. 

Ich weiß schon, was ich thu! 
Damit er nicht mehr saiifen kann, 
Wend ich das Geld zur Wirthschaft an, 
Und laß ihm keins mehr zu. 

2. 

Ich weiß schon, was ich muss 

Ich setz ihn an den Katzentisch, 
Und gib ihm weder Brod noch Fisch. 
Dies sey der Männer Büß. 



98 A. Englert. 

zur Benutzung anvertraut.') Ich lasse eine genauere Beschreib- 
ung der beiden Drucke folgen. 

A. Titel : Von Vrsprung \ vnd vmnderlicJiem Herkorn^ | me^i 
des heyl: Ordens, der \ lESVITER. \ (Verzierung.) | 1577. — 
11 Bll. in 4^ O. O. u. Dr. Rucks, des Titelbl. leer. Am Schlüsse: 
Gott behüt. 

B. Titel: Die vier ersten Zeilen genau wie bei A. Dar- 
unter ein Papstbild. Unter diesem : Ein schöne wunderbar lieh s 
ßüchlin vom Ifeyl Orden vnd herkummen der Jesuiter, Vnd 
wie Lud f er der Alt Teuffei kranck ist worden^ auch \oie der 
Bapst jn hat heimgesucht in seiner Kranckheit, - 14 Bll. in 8*». 
0. J., O. u. Dr. Rucks, d. Ttlbl. leer. Am Schi.: Oott Behüt, 
Auf der Rucks, des letzten bedruckten Bl. dasselbe Papstbild 
wie auf dem Titel. 

Die beiden Ausgaben stimmen, von orthographischen 
Verschiedenheiten abgesehen, bis auf unbedeutende Textab- 
weichungen überein. In den wenigen Fällen, wo solche vor- 
kommen, hat A nie eine schlechtere, mehrmals aber eine bes- 
sere Lesart als B aufzuweisen. Man vergleiche: 

V. G<i. A. Herrn, im Reim auf „gern." B. Herren. 

V. 87. A. Vmb mein Gewalt, vmh all mein Macht B, fehlt all, 

V. 101. A. Doch solt jr Jm verhalten nicht. B. fehlt Jr. 

V. 130. A. Dergleich man hin vnd wider find. B, Dergleichen. 

V. 321. A. Was kftnt mir doch lieber gesein. B. sein. 

V. 450. A. Nach dem seins Ordens brauch in helt. B. seines. 

V. 543. A. Das ists Herr Guatter, sprach der alt. B. Geuatter. 

Darnach ist es wahrscheinlich, dass von den beiden 
Drucken B der jüngere ist. 

Im 9. Bd. der Curiositäten von Vulpius, S. 185 u. 186, 
ist der Inhalt des Reimwerkes unter Anführung einzelner 
Stellen mitgeteilt. Der Berichterstatter („Pilger, aus Friedberg 
in der Wetterau") hält G. Nigrinus für den Verfasser des 
Gedichtes und vormutet, dass das Büchlein, wie die meisten 
Schriften von Nigrinus, in Ursel gedruckt ist. Doch führt 



M Nach Weller befindet sich ein Exemplar der undatirten 
Ausgabe in Berlin, eines der datirten Ausgabe in Ulm. 



106 A. En^rlert. 

Wunder g, Bl. Bija f. Denn als mein abgesagter vnnd ver- 
fluchte Todtfeind, der verfluchte Jesus von Natzareth auff ein 
Zeit in meinen Pallast kommen, ist er stracks wegs aaff mich 
dar gangen, hat mich von meinem Stul herab mit Gewalt 
gerissen, hat mich darnacli auff" den ])oden mit aller macht 
darnider gewortten, ist mir mit gleichen Füssen auff den Kopflf 
gesprungen, vnd hat mir jn dermassen zerknirechet, zerquet- 
sclict vnd zcrstossen, dz ich lange zeit weder sehen noch 
hören können. Darbev ers aber noch nit bewenden lassen 
sondern hat ein Creutz genommen, welches er in seinen 

Auch der Grundgedanke des Vntpr. ist dem der französischen 
Satirc ganz ähnlich. Wie hier das Jesuitenhütlein, erscheint dort 
der TrMger desselben als AuK^roburt des Satans. Es lässt sich daher 
vermuten, dass dem Verfasser des Vrspr, da» französische Gedicht, 
welches zuerst 157t), also ein Jahr vor dem Vrspr, erschien, bekannt war. 

Uebrigens war der Eintall, die Jesuiten als Ausgeburt des 
Teufels zu bezeichnen, tlir die Gegner derselben sehr naheliegend 
und scheint schon länger si>richwörtlich verbreitet gewesen zu sein. 
Wenigstens weisen folgende StelhMi bei Fischart darauf hin: jfVber 
den rort(fvn H. Giesiten Ordviis welchen doch etliche dess Teuffels 
letzten furtz^ darmit er hitig schwanger gangen^ nennen . . .**, mit 
der Randglosse Jiiesiter des Teuffels letzter Krachy*^ Binenk. (Ausg. 
15Hla, 81. 27a), und y^Dann daher h'ompt es, das man spricht, Die 
Sniter rnd jhr gedieht Seien des Teuffels Letzter FnrtZy Der doch 
cor Angst jhm ward zu kurfzr" Jesh. (Kurz III, S. 267). Schon im 
^Nachtrab. ir>70'*, nennt Fischart ydie Jesuwidrisch frucht"^ „des 
Hapstmnhs IHzten scheiss.^*^ Man vergleiche damit KrÄpr. V. .-UO ff.: 
Ach sprach der Alt (Lucifer, Ich halt darfnr. ,^Zum allerletzstcn ist 
ron mir Dis junge Teufiin knmen her, Keins werd ich machen ninier- 
niehr." Auch in einem fliegenden Blatte aus dem Jahre 161H „Der 
Jesuit«Mi Ankunft, blutdürstige Uathschläg und Practica" (Scheiblc, 
Klost4>r, XIII, S. 21) werden die Jesuiten ^Satans beste Frucht und 
letzte Xu cht** genannt. 

Aehnliche Witze waren schon liingst über die Mönche im 
Umlauf. Man vergleiche nur die in Bobertags „Vierh. Schwftnk. aus 
dem l«l. Jahrhundert." S. J)SH aus A<rricolas Sprichwörtersnmmlung 
von bVl^ niitp'teiite Anekdote, worin erzählt wird, wie der Teufel, 
der als unseres Herrjiotts Affe die Erschaffung des Menschen nach- 
machen will, n^icMohfalls einrn Krdklumpen nimmt, aber statt ^fiat* 
^pfuat** ruft, wodurch die Sache übel gerät und ein Mönch aus dem 
Erdenkloß wird, bei dessen Anblick der Teufel selbst sich cntsetzt- 
(Vgl. Fischart, Binenk., Aus«-. 1688, Bl. 88a, Randglosse.) 



Zu Fischarts Jesuiterhütlein. 107 

H&nden getragen, vnd hat mirs auß allen Krä-fften auflP das 
Hertz vnd auff den Bauch gestossen, usw. 

Vgl. Jesh. V. 39 flP. u. 
V. 5 ff. Bald nach des Herren Hiinmelfart 
Der Lucifer sich kümmert hart, 
Das jhm sein Finster Hd/lenmacht 
Zerstört het Christi Helle Macht. 

2. In dem oben angeführten V. 82 des Vrspr. nennt 
derTeufel seinen Ueberwinder ^a^are^iw», in der entsprechenden 
Stelle der Wunderg, Jesus von Natzareth, V. 95 f. Jesh. sagt 
der Teufel: 

Seidher so fangt an Jedermann 
Dem Nazarener hangen an. 

3. Vrspr. V. 116 nennt der Teufel den Papst seinen Ver- 
tretter, Jesh. V. 329 seinen Statthalter. 

Vrspr, V. 25 ff. sagt er zum Papst: 

Darnach O Babst dein Heiligkeit, 
Die vns ist allezeit bereyt, 
Vns jre trewe Dienst erzeigt^ 
Vnd vns von Hertzen ist geneigt, 
Dich hab ich auch zum Herrn gemacht, 
Zu höchsten Ehren dich gebracht, 
Vnd vnter dein Gewalt gesteh 
Die herlichsten in dieser Weltj usw. 

Wunderg. Bl. Ba. Ach Bapst du allerliebster Sohn, . . . 
Dir ist bewust, daß ich dich zu einem grossen Herrn gemacht, 
vnnd zun allerhöchsten Ehren dich erhaben, hohe die aller 
Herrligsten vnd Gewaltigsten in dieser Welt vnter deine Gewalt 
gebracht . . . 

t/esÄ. V. 355 f. Er wird von wegen Danckbarkeyt 

Vns stdts zudienen sein bereyt. (S.o.rrs/?r.V.26u.27.) 

Je»7i.V.325ff. Insumma, es gebürt dem Thier, 

Welchs ich bracht auß dem Abgrund für, 
Vnd setzt es in den Stul aufs Küssen, 
Auff' das all Welt jhm fall zun Füssen. 

Fr«/?r.V. 103 ff.. . . Demnach meine liebe Kind, 

Die Bebst vnd all jr Hoffgesind, 
Viel Fürsten, viel gewaltig Herrn, 



1<^ A. Englert. 

Mir hetten vffgeholffen gern, 
Vnd VI eis ankehrten all zugleich, 
Damit erhalten toürd mein Reich, usw. 
Jesh.y. 337 f. Wird sich befleissen, vnser Reich 

Zuerhalten sampt seim zugleich. 

4. Im Vrspr, wird erzählt, dass der Teufel nach seiner 
Niederkunft dem Papst den Vorschlag macht, er wolle ihm 
zu Ehren das Kind Antichrist nennen: 

V. 391 ff. Kein schöner Nam vff Erden ist, 
Denn deiner, Nemlich Antichrist, 
Ach nein sprach Bebstiich Heiligkeit, 
Es hat ein solch Gelegenheit, 
Mit diesem Nam^en Antichrist, 
Den Teutschen er verdechtig ist, 
Er ist den Teutschen vnbekant, 
Ein seltzam Nam in jrem Land, 
Einer der nent mich Entenchrist, 
Der ander weis nit was es ist, 
Sie meyn es sey ein Hinderlist, 
So bald sie hörn vom Antichrist, 
Drumb wolt ich, wie man jm auch thet, 
Das es ein andern Namen hett. 

Darauff denn bald Beizebub sprach. 
Ich weis ein Rhat zu dieser Sach, 
Weils nit sol heissen Antichrist, 
Sintmals den Teutschen seltzam ist, 
So w6ln vff teutsch wir nennen jn. 
Wenn jr allboyd habt meinen Sin, 
JESV ztt tcider sey sein AVim, 
Wie kunt er bessern Namen han? 
JESVWider vnd Antichrist, 
Im Teutsch vnd Griechsen eines ist. 

Wundfrg. Bl. C^jb. Der alte Lueifer fieng zu seinem 
Herrn Gevatter an: Lieber Herr Gevatter, ich weite jhn hertz- 
lich jrern nach dir nennen, denn ich habe viel Kinder, aber 
keiner hat tinen snlchtn schönen anmAtige^i Xamen wie dn 
Än>*f fitmblich Antichrist .... Er ider Papst) wehrete sich 
mit Henden vnd Füssen, vnnd sa^e: Es were ein vndeutscher 
vnd vnbekandier Xam, der den Deutschen sehr verdechtig vnd 



122 H. Hansjakob, Schneeballen I. II, 

» 

zu tun haben, ist allen Einsichtigeu laugst klar. Längst haben seine 
Sehritten die Aufmerksamkeit weiter Kreise erweckt. Nament- 
lich fanden seine eignen Lebenserinnerungen und die „ wilden 
Kii^schen-*, die er in seiner Vater;>tadt Haslach im Kinzigtal 
enuleckt. Beifall. Die rückhaltlose Offenheit der Erzählung, 
die ungekünstelte Schlichtheit seiner Sprache und fortwährend 
bewiesne feine Beobachtungsgabe, die gesunde, wenn auch 
wol von manchem nicht geteilte, aber kräftige und urwüchsige 
Lebensanschauung machten Hansjakobs Schriften dieses Beifalls 
wert. Es ist kein Zweifel, dass wir in ihm einen Volksschrift- 
steller von Bedeutung zu begrüßen haben. Nun tritt er wieder 
mit zwei Bitndclien ..Schneebällen** hervor, und mehr als je 
bewahrt er hierin die schon gefasste gute Meinung. In den 
.,wiblen Kirschen** führte er uns Kleinstadtbewohner vor, in 
den -Schneeballen** richtige Bauern. Da ist Alles wie es leibt 
und lebt, juit einer geradezu schlagenden Naturwahrbeit. Es 
ist ja langst Mode geworden Bauerngescliichten zu erzählen 
und zu lesen — und zwar Gottlob andre als die eines Auer- 
bach — : aber wahrlich die Bauern verdienen auch, dass man 
sich mit ihnen eingehend beschäftige, sie die geduldigen, 
treuen, opferbereiten Stützen des Staats. Das öde, allüberall 
gleiche, vielfach elende und jämmerliche Einerlei der Städte 
beiriedigt ein poesiedurstiges, nach Eigenartigem strebendes 
Gemüt nicht Siml die Bauern auch «Schneeballen-, leicht 
gef< Tmt. oft zertreten, unbeklagt in Menge dahinschwindend, 
doch tinden sich unter ihnen für den. der zu sehn und zu 
suchen versteht, mehr Charaktere als unter dem leichtlebigem 
und obertläclil ichern Volk der Städte. Traurig, dass vielfach 
an den zuständigen Stellen so wenig Vei^ständnis für die Eigen- 
art des Landvolks und die Notwendigkeit ihrer Erhaltung, 
wenn andei^s der Staat bestehn soll, herrscht. Die vielfach 
bittorn Bemerkungen Hansjakobs über die Verordnungsplage, 
über das Verbieten von ländlichen Volks Vergnügungen, weil 
gelegentlich auch wol einmal Ausschreitungen stattgefunden, 
haben guten Grund. Warum auch verordnet man das gute 
harmlose Landvolk — im Vergleich mit dem Durchschnitt der 
Stadtbev>lkei"uug — in immer größere Vei-siimmung hinein? 
Ja warum! Frag: die Juri>ten. oder vielmehr fragt sie nicht, 
denn sie siiui nicht \erant wort lieh für das. was sie nicht 
ge'.onu haben — Mein Rat ist: folgt Heinrich Han^akob auf 



werdende Entechiiüjriii^ .... >r*r4i:en Z^ihLiii^ ei::e2^ Aversi 
zu übernehmen-* — X'^chnial* verLai::;g:te :iu; l?. A'-üru>: l>l? 
der «Inspeeteor de I"aodd»*ai:e- ::: S;r:iÖbu.r^ dio IK'musaTsfc"*^ 
benannter Urkandec. larwiäohri: wnnie dr?r Krie^ vU*r Ver- 
bfindeten ge;?en X4p«>I»ri:'n j^läcklioL i^?:i:hrt. \iud s*.^ hAtte :u;ir. 
Aassieht« das» der Sache eine aridere Wendaiij^ c^^bev. wervie. 
Schon während da» O-sterreioLisohe lIorl:i4:er u.^oh de:!i Kir 
rücken der Verhändeten in Fraiikreioh seite:: AurV::r'\Hl: :•.: 
Freibnripr hÄtte. wanirn von der rniver^iiiv veivol:i^vleuo 
Versuche gemacht. :i. a. von dem diimalii^»r. IV^r^^kiT \vnt 
Rotteck eine Bittre hrirt an Kaiser Franz und eine solche au 
Mettemich nbers:e*-'en — einstweilen im Dran^ der Knei^>- 
geschätie natürlich ohne eisr^nt liehen Erfolg. Elrsi uaoh dem 
glücklichen Aas^aiig des KrifiTfs und dem ^ei'sten Sturze 
Napoleons g^laa^te man -t». Mai 1^14 den ^ünstisren Zeitpunkt 
gekommen, sich rur tue seit der RevohitivMi verlorenen i»uter 
der Hohen Schule- zu verwenden, damit diese in den Besitz 
eines Teiles der Güter und Getalle selbst wieder komme, 
oder doch eine entsprechende Entschädigung dafür erhalte, 
Ifan glaubte um so eher etwas zu erreichen, aU in allen 
früheren Uebergabsurkunden jeuer Länder, in denen dieTni- 
▼ersität Besitzungen hatte, aut* ilie Verwendung iles späteroit 
kgl. französischen Kriegsministers, des schon S. 10 genannuni 
Herzogs von Feltre, hinzugefügt worden war: sauf los droits 
et les propri^'tes de l'Universite de Fribourg. Aber eine 
an Mettemich für den Wiener Kongress übergebeue ViM'siellung 
in dieser Sache wurde nicht einmal beantwortet. Als dann 
nach dem Wiederausbmch des Krieges im Jahiv li^lf^ und 
nach dem abermaligen Uebergang der verbümleien lleeiv 
nach Frankreich ein »Oesterreichisches Generalgouvernement 
des Ober- und Niederelsass- zu Kolmar «»rriclitei worden war, 
wandte man sich an dieses, wurde jedoch von da an das 
Hohe Armee-Ministerium und von diesem weiter an dasGroü- 
herzogl. Badische Ministerium der auswUriigen Angelegenheilen 
verwiesen. Letzteres erließ am 8. Febr. 18U5 eine \Vrfü;;ung, 
in welcher namentlich betont wurde, es komme jetzt darauf 
an, „eine Deduktionsschrift in Betreff' der Arri^rages o<ier 
Interkalareinkünfte vom Ausbruch der französischtMtUevolutitm 



«) Vgl. Schreiber a. a. 0. III, S. 74 tV. 



166 



H. Maver. 



Zum Schluss sei auch hier die Frequemtabelle der Hohen 
Schule innerhalb des in Rede stehenden Zeitabschnittes — als 
Fortsetzung zu S. 56 — gegeben. 





Inländer 


Ausländer 


Gesamtzahl 


1811/12 
1812 


249 
195 


58 
71 


307 
266 


1812/13 ») 
1813 


188 
192 


69 

74 


257 
266 


1813/14 
1814 


120 

128 


59 
41 


1791 
169/' 


1814/15 1 
1815 


211 
159 


61 
42 


212 
201 


1815/16 
1816 


199 
194 


73 
74 


272 
268 


1816/17 , 
1817 i 


238 
213 


73 
&2 


311 
275 


1817/18 
1818 


244 
211 


81 
62 


325 
273 


1818/19 


268 


69 


337 



Bemerkenswert ist diesmal von Einzelzahlen, dass die 
Zahl der Angehörigen der philosophischen Fakultät in diesem 
Zeitraum fast in stetem Zunehmen begriffen ist und die der 
Mediziner und Theologen übersteigt, einige Male*) sogar über 
100 hinauskommt. Die geringste Stärke zeigen auch jetzt 
wieder die Juristen, deren Zahl») sogar fast durchgängig hinter 
der (der sonst meist aber nicht immer, mit den Medizinern zusam- 
mengezählten) Chirurgen zurückbleibt. — Auch die übrigen 
Erscheinungen sind die gleichen wie die oben S. 56 und 57 
beobachteten. 



VIL Angriffe von atASivärts und abermalige Gefährdung 

des Bestandes. 

Es war nicht genug gewesen, dass die Albertina in den 
Kriegsjahren materiellen Schaden erlitten hatte, es sollten ihr 
auch anderweitige Angriffe und Verunglimpfungen, die wenig- 

M Unter den 64 zum erstenmal Immatrikulirten dieses Se- 
mesters steht obenan ein Serenissimus prineeps Carolus de Fürsten- 
berg philos. cand. 

^) 1816/17 mit 101, 1817/18 mit 108 (1818: 100). 

»• 1818 nur 18! 



172 H. Mayer. 

Regiment erhalte. Auf die Vorstellung, dass durch die Univer- 
sität jährlich 200,000 11. in Umlauf gesetzt würden,») erwiderte 
er: ^Ja, die 200,00011. möcht' ich auch sehen! Doch ich hab's 
Ihnen schon gesagt: Die Sache geht mich nichts an, gehen 
Sie zu Ihrem Herrn Minister!" 

Auch beim Großherzog wollte man die Abgeordneten 
damit vertrösten, „dass im schlimmsten Fall Freiburg volle 
Entschädigung erhalten würde," worauf die Herren von Frei- 
burg ej'widerten, eine solche Entschädigung sei gar nicht mög- 
lich. Am Schluss jedoch sagte der Landesherr: „Nun, ich 
sehe schon und habe mir's gleich eingebildet, dass hier nicht 
viel zu machen ist; — man wird es beym Alten müssen be- 
wenden lassen.'' 

So freudig man letztere Worte aufnahm, so sehr sollte 
man sich — einstweilen wenigstens — getäuscht sehen. 

Unterdessen hatte Rotteck sein Promemoria vollendet, 
und es lohnt sich, auf dasselbe näher einzugehen, nicht nur 
wegen der großen Bedeutung der mit Gewandtheit, Klarheit 
und Ueberzeugung abgefassten Schrift und ihres Verfassers 
selber, sondern weil dieselbe so großes Aufsehen erregte und 
die in ihr dargelegten Gründe eben schließlich doch zu einer 
günstigen Beilegung der Sache mögen beigetragen haben. 

Kotteck beantwortet die 3 Hauptfragen: 1) Warum will 
man die Albertina aufheben? 2) Welches werden die Wirkungen 
dieser Aufhebung sein? 3) Wäre die Aufhebung hiernach 
politisch klug und wäre sie gerecht? 

Auf die erste dieser Fragen wird gewöhnlich die schon 
früher (180(5) gegebene Antwort wiederholt: „Weil zwei Univer- 
sitäten für das Land zu viel sind.-* Dagegen ist einzuwenden : 
a) Man darf hier nicht nach der Volkszahl des Großherzog- 
tums selbst frajxon, sondern es ist die geographische Gestalt 
des Landes in Betracht zu ziehen: Heidelberg liegt bekanntlich 
an der einen Grenze; von Freiburg ist es bis dort 40 Stunden, 
von Konstanz noch weitere 30 mehr! Soweit also müssten die 
Bewohner der oberen Landesteile ihr Söhne nach dem ohne- 
hin teueren Heidelberg schicken! b) fordert die Religionsver- 
Bchiedrnheit zwei Universitäten, e» kann der Wetteifer von 
zwei Universitäten nur nützlich sein d) in -pekuniärer 

»} Vgl. unten. 



Eandersprüche u. -Spiele a. d. Bruchsaler Gegend. 198 

8. EINS, ZWEI, DREI usw. 

1. 2. 3. 4. 
Auf dem Klavier, 
da liegt ein Ding, 
das macht ELling- Kling, 
Kling- Kling macht es, 
Da, du bist es! (Bruchsal.) 

I. 2, 9. . . . bis zwanzig, 

die Franzosen zogen nach Danzig, 

Danzig fing an zu brennen, 

da bekamen die Franzosen das Rennen: 

ohne Strumpf und ohne Schuh' 

flohen sie nach Frankreich zu. 

Puff, druf! rein, raus! 

Da, du bist gleich draus. (Bruchsal.) 

Oder 

1. 2. 3. ... bis zwanzig, 

Die Soldaten gingen nach Danzig, 

Danzig fing an zu brennen, 

die Soldaten an zu rennen; 

mit Schlappen und Schuh*, 

so ging es nach Hause zu. (Langenbrücken.) 

Ebenda wird noch hinzugesetzt: 
^ Oog (?), Woog (Wage), ßaidroog (Sautrog.) 

Vergl. zu diesen Spiüchen Dunger Nr. 288. 

9. HEIDELBEER UND HEDELBEER. 

Heidelbeer und Hedelbeer') 

wachsen hinter'm Kloster; 

's gibt kein schöneres Mädchen mehr 

als die N. N. 



Jungfer, sie muss knien, 

Bittss sich eine ziehen (aus dem Kreide der umgehenden Mädohen). 

^) Mundartlich. 



IM U. Hei£^. 



PfoL aehlm' dich: pfoL sehim' dseh. 
dasd alles rmppeln ma3& iKarlidorf. 

Cb^r 3oIeke Liedehen, die b^m Sammeln der Decfcn ge^ 
mnipen werden. vgL Lh$mger Xr. 79 ff. 

He:del«keim hat fol^nden Spmeh: 

E[imbeer nnd Braonbeer 
wachsen hinterm KIo«ter. 
's eiebi kein schöneres ICiUiel mehr, 
als N. X- seine Tc-chter. 

10. HEILE. HEILE. SEGEX. 

Heile, heile. Segen. 

sieben Tage Regen. 

acht Tage Schnee. 

morgen mt'§ nimmer weh. Forst. 

Za diesem Kinder- Wund^egen vergL Dungtr Seite 27, 2d, 29. 

11. HIXKELE. ZÄCKELE. WOOG. 

Hinkele.' Zäckele.'j Woog,* Schnook.*i 
Katz* komm 'rein, brech af auf nnd zu! 

Langenbrücken) 

Spiel: Eine Reihe Kinder sitzen neben einander, eines 
moss ald Katze fortgehen. Währenddessen wird das .Zäckele'* 
in die Hand eines beliebigea Kindes gelegt. Sodann wird die 
Katze mit obigen Worten geraten: errät sie. die Hand eines 
Kindes aufbrechend, wer das Hüzchen hat. darf sie sich in die 
Reihe der Kinder setzen : das andere mass seine Rolle übernehmen. 

Ein ähnliches Spiel siehe bei Dungtr Xr. 333. 

12. HUPPE, HUPPE. HOTTE. 

Huppe.* Huppe, Hotte.** 
Will uet geroode'i 



S = althochd: huoniuchilin. nhd: Hühnchen. * Zu Zacken» 
= Stecken. ' = Wage. • = Schnake. 

*) Huppe i.st Mundstück der Schalmei. * Ho tte. vielleicht = 
Tragkorb Yg\. Rochholz S. 429. *) = nicht geraten. 



Killdersprüche u. -Spirle a. d. Bruchsaler Gegend. 195 

Schmeiss i di in* Graben, 

Fressen dich die Schaben.') (Heideisheim.) 

Dieses Verschen wird beim Abklopfen der Weidenpfeifen 
hergeleiert. Über solche Bastlösereime vgl. Grimm, Mythologie 
1190, Rochholz S. 182, l>anger S. 70. Ferner unten S. 200 ff. 

13. IN DEM GARTEN STEHT EIN BAUM. 

In dem Garten steht ein Baum, 
auf dem Baum wächst ein Ast, 
auf dem Ast ist ein Nest, 
in dem Nest ist ein Ei, 
in dem Ei ist ein Dotter, 
in dem Dotter ist 'ne Maus, 
Sankt Johannes, du bist draus. 

Wird in Forst zur Bestimmung des Fangenden beim 
Fangspiel gesagt. 

Vgl. dazu Dunger Nr. 88, 89. 

14. KLIPFELE, KLAPFELE, HOLLERSTOCK. 

Klipfeie, Klapfele, Hollerstock, 

wie viel Hörner streckt der Bock, 

wie viel Homer stehn? — 

Hättst du recht geroote (geraten), 

so wärst du net (nicht) geklipfelt worre (worden). 

Klipfeie, Klapfele, Hollerstock. (Bruchsal.) 

Die Art und Weise dieses Spieles ist dieselbe, wie sie 
Ph, Lern in „der Handschuhsheimer Dialekt" I. Wörterver- 
zeichnis, Konstanz 1887, für Handschuhsheim beschreibt, siehe 
Seite 17. 

Vergl. ferner Rochholz Seite 442. 

15. KOMM WIR WOLLEN WANDERN. 

Komm wir wollen wandern, 
von einem Ort zum andern. 



») = Motten. 



196 0. Heilig. 

ri, ra, ratsch, 

wir fahren über die Gutech,*) 

wir fahren übers Glockenhaus, 

hängt e schönes Engele haus, 

hat e Gackele*) in der Hand, 

möcht's gern essen, 

hat kein Messer; 

fällt ein Messer vom Himmel rab, 

schlägt dem Engele 's Armele*) ab. (Forst.) 

Vergl. zum Anfange Dunger Nr. 293 ; zur zweiten Hälfte 
Rochholz S. 308. 

Vergleiche dazu den folgenden Spruch aus Langenbrücken: 

Hängt ein Engele an der Wand, hat ein Gackele an 
der Hand, möcht's gerne essen, hat kein Messer; fällt ein 
Messer vom Himmel runner; ^) schlägt dem Engele 's Köpfele 
mnner; wo ist's Köpfele? 's ist ins Wasser gfalle, wo ist's 
Wasser? 's Wasser hat ein Ochs gsoffe. 

16. MAIKÄFER FLIEG AUS. 

Maikäfer flieg aus. 

flieg ans neue Bäckershaus, 

hol mir ein Weck und dir ein Weck, 

bis sie kaane*) mehr häwe*) 

(Langenbrücken.) 

In Br%Ach8al singen die Kinder: 

Maikäfer flieg, 

deine Mutter ist im Krieg, 

dein Vater ist im „Hohland," 

Hohland ist abgebrannt, 

dein Vater hat die Hand' verbrannt, 

weil er mir ist davongeniunt. 

Vgl. zu beiden Sprüchen Dunger Nr. 59 ff, Rochholz 8. 
93 ff, S. 464 ff. 



M = Kutsche. *) = kleines Ei. *) - Ärmcheu. *) = herunter. 
*) keinen. */ =» haben. 



198 0. Heilig. 

Kätzle liegt im Hollerbusch, 

macht auch: Schuck, schuck, Schuck. 

(Langenbrüüken). 
d) Reihe, Reihe, Rose, 
Sinke, sinke'), bloose«), 
Satz, Satz, Satz»). (Karlsdorf). 

Ueber diese Ringelreihen handelt Dunger Seite 52, ferner 
Nr. 316 ff. 

20. SCHLAF, KINDLEIN, SCHLAF. 

Schlaf, Kindle, schlaf, 
im Garte sin drei Schaf; 
drei weiße und drei schwarze, 
die wolle mein Kindle kratze. 

(Forst). 

Vgl. dazu Dunger Nr. 1 ff. und Alemannia XIX, 103. 

2L SIEBEN JAHRE SCHIESSEN. 

Sieben Jahre schiesse, 

acht Jahre hiesse (= büssen), 

neun Jahr' rumpedibum, 

Fräulein N. stellt sich rum. — 

Fräulein N. hat sich gedreht, 

hat der Katz den Schwanz abdreht. 

(Grombach). 

Vgl. Dunger Nr. 323 bis 326 ; den Ursprung dieses Spieles 
erklärt Rochholz, Seite 467 ff. 

22. SONNE, SONNE, SCHEINE. 

Sunne, Sunne, scheine, 

fahr iwr (über) Rheine, 

fahr iwrs Glockehaus 

's gucke drei scheene Boppe*) raus*); 

die ei' spinnt Seide, 



M und *) bezieht sich aufs dreimalige Niederkauem. 

■) = blasen. 

*) = schöne Puppen. 

*) = heraus. 



Bastlösereime aus Franken. ^t 

liegende „Korn**, zur „Bach" die „Steine'* getreten sind und 
in dem „fressen dich die Bachen'' nicht mehr yei*standen wird» 

Er heißt: Saft, Saft, Suhle, 

Kor'} neV die Mühle, 
Stä**) ner die Bach, 
fressen dicke Mag^), 
fressen dicke Baamezweig*), 
mu88 die Pf auf e^) lotter sein. 

Zu vergleichen sind folgende zwei Sprüche: 

1. Aus Büdingen (Oberhessen): 

Saft, Saft, sill, 
Korn, in de MiUl, 
Stan in de Oräve, 
fresse mich de RävCf 
die in alle Hecke sein; 
Saft, Saft, seire, 
heraus av^ die Scheire, 
Saft, Saft, sill, 
bist du jetzt mill f 

Vgl. Frankfurter Zeitung Nr. 145, Morgenblatt I. Feuilleton- 

2. Aus Friedberg i. d. Wetterau: 

Saft, Saft, Sinn 

Kann ean die Minn, 

Schdaab ean die Bach, 

dout mai(n) Paifche *n healle, hecdle Krach. 

Vgl. Firmenich, Germaniens Völkerstimmen II, S. 102. 

In Eauenberg (bei Wertheim) herrscht folgender Bast- 
lösereim : 

Huppe, Huppe, geh* raus, 
geh ins Wirtshaus, 
trink e Schöpple Wein aus, 
mir aans (eines), dir aans 
un alle gute Osellen aans. 



1) = Korn. -») = Steine. *) = Magen. *) Baumzweig. 
») Pfeife. 



202 0. Heilig. BastlÖsereime aus Franken. 

Man vergl. dazu das nach Dunger ^Einderlieder und 
Kinderspiele aus dem Vogtlande," Seite 80 in Reichenbach 
gesungene Schmetterlingslied : 

Zweisfalter j flieg auf, 
flieg Über^s WirUhauSj 
sauf a Kännel Bier atis. 

Nahe liegt, dass auch das Liedchen, mit dem man das 
Fortfliegen des Maikäfei*s in Franken feiert, nämlich: 

Käferle, Käferle flieg aus, 

flieg ins Bäckerhaus, 

hol gute Weck* ratts, 

mir einen, dir einen, 

nur den bösen Buben keinen^ 

zu solchen Bastlösereimen in Beziehung getreten ist. Daher 
in Freudenberg folgender Spruch: 

Saft, Saft, Siele, 

kumm (■= komm) in die Miete, 

kunvm ins Bäckerhaus, 

lang* mir drei Weckli rau^y 

dir eens (eines) y lair eens, 

den arme Seele a eens, 

dem grouwe Meichel (groben Hegel) gar keensf 

Es seien noch mitgeteilt die Sprüche von 

Schönfeld: Huppe, Huppe, geh raus, 

geh 171« Scheißhaus, 
kumm wieder ratts, 
krist (= kriegst) n schöne Strauß. 

Königshofen a. d, Tauber: 

lluppe. Huppe, w-^id' e Huppe, 

Sooft {Saft) geh raus. 

s mischt ^ sonst) krist die Schnuppe! 

Von Scheringen: 

Saft, Saft, SellerholZy 

der Bäcker hot en junge Wolf, 



W. Unseld. Der Teufel in schwäbischen Sprichwörtern. 203 

er springt über den Graben, 
frisst alV meine Raben. 

VoD Poppenhausen: 

Saft, Saft, geh, 
spring wie e Reh, 
spring ins Gras 
mach dich recht nass. 

In Kupprichhatisen soll die Sitte herrschen, dass die 
Kinder beim P^ertigen der Pfeifen kein ^ Sterbenswörtlein " 
sprechen dürfen, da sonst die Huppe zerspringe. 

Der Boxberg er Spruch lautet: 
Saftige, saftige Weide, 
i schlog dr uf die Seite, 
i schlog dr uf die Ripp\ 
dass meV liebe, guti Pfeife net verbricht! 

Bruchsal. OTTO HEILIG. 



DER TEUFEL IN SCHWÄBISCHEN SPRICH- 
WÖRTERN UND REDENSARTEN. 

1. Do schear i' mi' an Teuf 1 drum. 

2. Des hot d'r Teuf 1 gseah*. 

3. Dear ischt am Teuf 1 z'schlecht, so'scht hätten dear scho' 
lang gholat. 

4. DY Teuf 1 aber au\ 

5. Dear ischt am Teuf 1 naus koma. 

6. Des ischt doch zum Teuf 1 hola. 

7. Dear frogt an Teuf 1 d'moch. 

8. Des ischt d'r hell Teuf 1. 

9. Do möcht ma grad*s Teuf Is wer'a. 

10. Mei'tweag gang zum Teufl oder zum Taud. 

11. Dear will mit's Teufls G'walt reich wer*a. 

12. Gang zum Teufl und zua seiner Graußmuatt'r. 



IM* 



^. ^ 



Ci-ri4i-» «rs-i irr, «■!•'. i[L:ze£ *eri':-r Jirvo 
r^r-cL: c^ilI»* wt^:. «v^^r-r* iaiisSs^ a^er. 

Tr'-ir ik^^Ztcz^ t-iyijk s-eKj-er 'We-'t-h ^-a^.- 
Vr«?^ elir:- ir.rint-;i riurtiis ri^-i* ^irr^wk. 



'. ■i.-'i- r Xj^n ■^-•lä'- — «rzz.-.* ■^^tr-vTi c^ca ^mis* 

T-Xi^ r^ Al*«rr Cr-Ä ii^SAI AZLAVIZr- $%lbS. 






^^» 



■■^''^.i.r^ i^^or ►^rrr^i? Alpirc^ A;Li*:ciA tö«. 

- r j- ■ ff t c "L--: j -r :.: :i :Li':er d- r A'Lfi*:lrj*. . , 5*::^c.l:?:^i : tz^ Fr^b^ir^ 

; 1"*-^ <*:a*-Z II 7 iJL:^i r*:-.- F.i-r^ Tr^v*!""^ .^'r.«:!: >f*..*»^ifc<f i^^r- 
Xv:C«*«L V^i. Xtü. Ti r3w iL 



270 F. Pfaff. Zu Joh. Tethin^r. 

theus, Christophorus. Amandus. Iheodonts^ lethingeri, in eundem 
libcHum Patris. 

An das Gedicht auf Herzog Ulrich schließt sich bei 
Schardius S. 908 — 94^: CommenUiriu^ de Wirtembergiae rebus 
ijtstis, Huldricho Principe, Liber I— III per Joan, Pedium Tethin- 
gvrum rw6iw<7^ii^<eiw, eine Geschichtserzählung in ungebundener 
Rede. 

Wir sehn hieraus, dass J. P. Tethinger aus Tübingen 
war, 1545 als Lehrer in Freiburg weilte und sechs Söhne hatte, 
deren wol ältester bereits die Magisterwürde hatte, die aber 
alle schon des Lateins mächtig waren. 

F. P. 



DIE MUNDARTEN IM MITTELHOCHDEUTSCHEN 

SCHULUNTEKRICHT. 

Xach ^rhtcäbischen Btt'ibachtungen geicürdigt. 

Es Gesteht in pädagogischen Kreisen znweilen ein recht 
merkwürdiges Vorurteil gegen den Gebrauch der Mundart, 
und die h«>here Schuljugend, welcher bei jeder Gelegenheit 
eingeschäm wird, ja nicht anders als in -gutem Hochdeutsch" 
zu reden, gewinnt unwillkürlich den Eindruck, als ob es gar 
eine Schande wäre, die anererbte Stammsprache zu gebrauchen 
oder über sie nachzudenken. Gewi<^ hat dieser Umstand das 
meiste dazu beigetragen, dass der deutsch-sprachliche Unter- 
richt unserer höheren Leliranstal:en durchaus nicht denjenigen 
Nutzen aus den lebend iiTen Mundarten des Volkes und der 
stammheitlioh wahren Dialektdichtunsr zieht, den die neuere 
Philologie mit Recht von i: r.en erho:!*Vn zu k'^nnen glaubte. 
Penn nicht ieioht wird es — die Ort:- .hronikographie** ausge- 
nommen — ein Gebiet ge^en, wo die M*n-«V.'ÄrNr.*iVA<r Bttätigung 

• VerrieioVo mrine Schrift: P:o «V:>chr.:n:ken: ihn? kaltnr 
s:e>chich:":oht^ B<^ieut',in^ und i^.\v*.:ii:v>;r:>oht Verwvrt'.iTijr. EinBeitraff 
zur WüpÜsruniT des iti\ :;i>ohor. C! r r.:Vi r.ku'is Siung. W. Kohl- 



27«> A. Holder. Die Mundarten im mhd. Schahmterrielit. 

.anwenden- können, sondern auch der ganze Yolkastamm« 
dem er angehört, wird hierdurch an sittlicher Kraft nnd firacht- 
bringender Selbständigkeit wesentlich gewinnen. Dem alten 
Satz: In der Schule tur das Leben! setzen wir daiier mit 
Bezug auf den sprachgeschichtlichen Unterricht die neue 
Lc»5ung zur Seite: 

In der Schule aus dem Leben, 

Anmerkung. Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht 
lersÄ Timen, dtrr ^krönien Prels^chrirt C. Schmids .Die Hauptfor- 
•i^funiren der Herban-ZiLersohen Unierrichisiehnr- ^Esslingen, W. 
Lan^'jTiih is^J*: Pivi> o M. Erwähnnnj: zu thun. Diese T-eTtli€^nsl- 
voJe Arbeit wird viel dazu bein-agen. in den Fragen des erziehenden 
Unterric: :^. dem eine voiisiÄndige Neugesialiung bevorsteht, die 
ervuBschte RUrheii zu schaffen und einer gesunden Reform der 
prak:i?ches Meihodik weseni^ichen Vorschub zu leisten. 

WLN-ZERHAUSEX. AUGUST HOLDER. 



INTEROMPIMEXT, 

GENANNT: 

PER STOLPERER, 

1767. 

Unier dieser Aufscbri:"^ hat sich vor einiger Zeit ein im 
Jabr>e 17^7 aiionym durch den V-ekar^rten Ulmer Kanzlei- und 
Siad;V:iehdnieker rrrisiian U:rioi: WÄgr.er. .der Kaiser!. Fran- 
ciscisoüen Aks ir'.n:e der :"r^ien Künste und Wissenschaften in 
Aoirsb'irg. nnd der herzig', deirt^oher. Ge<eC<chaft in Helm- 
:Äd: M:it:l:e>i-. in 4 1»> « 2\ i^ii - nnpagininen Bl. gedmckte^, 
sie::den: i^-er ir. v ::>iÄr.dirir. Ve-^:.'ö und Vergesssenheit ge- 
raT'rne^ in d.t> Kir::e' der .K::n:>:iÄ:er.- g^h>riges Flugblatt 
wievferv.jrgr-nnde::. iVr Tiu'. rim:::: dir er^te Seite ein, steht 
in i-- Vir:^ Fr:\k:nr. .v O. : die Rückseite vies "HtelbL ist 
i^r^r - im:k;. V r itn: Beginn vits Ttx:<> au: dieser Rück- 
i^iTe is: 'i:.' ir:4rr k line. un^v^'::n^.s^v V:^.rii,\ eine gleiche 
rw:>.v.rn r:rt:n n: i .sn: >N^^r..n>>t w.r^^rr -me schiebe — in- 
ni:;:en ein Flnmenk rK'^en. r^Jevier Seile t inen Vv^:^ anfeinem 



W. Unseld. Schwäbische Kindernecklieder. 



287 



16. Wer die Haiähre net gaw- 
welt, wer die Fruuchtähre 
net zawwelt un de Herbst 
net früh uflFschdeht konn 
sah wissem de Winner geht. 

17. WieBardelmeedieHiffelder, 
wie Micheli di Träuwel. 

BRUCHSAL. 



16. Wer zur Zeit der Heuernte 
nicht gabelt, wer zur Zeit 
der Fruchtemte nicht zap- 
pelt und den Herbst nicht 
früh aufsteht, der kann sehen, 
wie es ihm den Winter geht. 

17. WieanBartholomäidieHiefe- 
beeren, so an Micheli die 
Trauben. 

OTTO HEILIG. 



SCHWÄBISCHE KINDERNECKLIEDER. 

Katholische Narra, 
Se fahrat im Karra, 
Se fahret in d' Schweiz 
Und holet sechs Maus, 
Se schmeißet's in Kessl, 
und fresset's mit LöflTL 
Und moinet 's sei Schpeck; 
's ischt alles Mausdreck. 

Tübingen. 

Rauter Fuchs, dei Hoor brennt a, 
Schutt a Tröpfle Wasser dra; 

's Schtiagle nauf, 

's Kämmerlei nei', 
's muaß a rauter Fuchs drinn sei! 

Tübingen. 

Karle, Karle Fuierschtoi', 

Trait da dräg 'm Hemmad hol*, 

Trait a bis ge Thala, 

z' Thala läßt 'r 'n fahra, 

Setzt a uf da Herratisch, 

Lässt an F . . daß 's Liacht auslischt. 

Tübingen. 



288 W. Unseld. 

Kame'feag'r mit 'm Beasa 

Hot a Säckle vola Laus, 

Kreidaweis 

DeV Hondle beiß. 

Tübingen. 

Kame'feag'r kreidaweis 
Hot a Säckle vola Laus, 
Ka's net vertraga, 
Keit*s auf an Waga, 
Kommt a Bauer hinta drei', 
Schlacht 'm oi*s in d* Anka nei*. 

Blaubeuren. 

Ehne, dena dissa, 

Wear hot g'sch . . . .? 

O 80 a alter Ma', 

Der sein Fi, Pa, F . . nemme heba ka\ 

Blaubeuren. 

Schuahmächerlesbua schlag Näg'l in d* Schuah, 
Schlag aufe, schlag abe, schlag äilaweil zua! 

Tübingen. 

Schuahmächerlesbua schlag Näg'l in d' Schuah, 
Hofs Löchle verloara, muaß a andVs nei' boahra. 

Ulm. 

Ri, ra, rutsch. 

Wir fahren in der Kutsch', 

Wir fahren auf der Schneckenposcht, 

Wo die Fahrt sechs Kreuzer koscht. 

Deggingen. 

Guck au BHrbale, guck au Gret, 
Guck au, sieh au dui Raket! 

Tübingen. 

Loible du muascht Riebale hoißa, 
Riebale du muascht gfressa sei'. Ulm. 



Schwäbische Kindernecklieder. ^89 

Hotta, hotta Gäule, 
D'r Müller schticht sei' Säule, 
D*r Müller schticht sei' alta Kuah 
Und da Frieder au' dazua. 

Ulm. 

Hopsa Lisale, hopsassa! 

Fall net über d' Bettlad na, 

D' Bettlad ischt so schmal und ku'z, 

Hopsa Lisale, lass koin F . . 

Ulm. 

Kri, Kra, Krottafuaß, 
D' Gä's laufat barfuaß. 

Ulm. 

Enlche, Beniche, Zikkerde Sah, 
Räpperde, Bäpperte^ Knoll. 

Waldthau. 

Wickerle, Wäckerle, 
Zoig m*r dei' Aeckerle, 
Zoig m'r dei' Wies, 
Wenn i no wüßt, 
Wo's war, 
Wäckerle gang hear. 

UlUL 

Jakob he, Jakob hear, 
Jakob ischt a Zott'lbär. 

Ulm. 

Sechs mal sechs ischt sechsunddreißig, 
Und der Mann ischt noch so fleißig. 
Und das Weib ischt noch so faul, 
Wia a alt'r Karragaul. 

Ulm. 

Eduard hat Schnitz im Sack 

Und a Packle Rauchtabak. Ulm. 



Sarrazin. Der Bändeletanz zu Freiburg i. B. 297 

Sachs, Einl. in d. Gesch. d. M. Grafsch. Baden IV, S. 690 
teilt nur mit, dass Friedricii VI. mit einer Ottizierstoeliter 
2 Söhne gezeugt habe, die mit Mtinzesheim belehnt wurden und 
gibt in einer Anmerkung die Nachricht, dass sie im 3. Teil 
von Puffendortfs Einleitung die Tochter eines Colonels oder 
Obristen genannt werde. 

Nach einem Eintrag im Totenbuch in Münzesheim starb 
daselbst am 24. Juni 1699, ()3 Jahre alt, Johanna Bayerin von 
Sendau aus Welsch-Neuburg. Sic ist offenbar von Kemchingen 
hierher zu ihrem Sohne Bernhard gekommen, nachdem e'' 
vom Gute Besitz ergriffen hatte; sie konnte notdürftig in 
der alten Burg wohnen, während ilir Sohn wol das sog. wald- 
hofische Haus bewohnte. Mit Remchingen scheint man in 
guten Beziehungen gestanden zu sein, da die zweite Gemahlin 
Bernhards v. M. Juliana Sabina v. Remchingen war. (Vgl. m. 
Chron. v. Münzesheim, S. 11.) 

MINGOLSHEIM. STOCKER. 



DER BÄNDELETANZ ZU FREIBURG i B. 

,,Wir sahen vorige Woche, so wird der „Schwäbischen 
Chronik*' am 20. Februar 1792 aus Freibnnj geschrieben, eine 
wie soll ichs nennen — Kinderfreude oder Faschingsliist- 
barkeit, deren sich fünfzig- und sechzigjährige Leute kaum 
mehr zu erinnern wissen, und die mancher heut zu Tage nicht 
nirhr erwartet hätte, den liändcU'tam, Voraus trug der Wieder- 
hersteller dieser l'osse, ein außer Kurs gesetzter Schneider, 
eine alte Fahne, die zwei Knal>en in spanischer Kleidung be- 
gleiteten. Dann folgte? eine sclmurrichte Musik, zvvcm rotge- 
kleidete Knaben mit großen Weinkannen, ein weißgekleideter 
Knabe, der auf einem blechernen Reife drei Gläser hin- und 
herschwang, ein Harleciuin mit einer hohen Stange, an welcher 
oben zwiilf Bänder von zw(")lferlei Farben befestigt waren, 
deren ein jedes von einem weiß gekleideten Knaben auswärts 
gehalten wurde, endlich zwei sehr sittsame Harlequins. Sie 
zogen vier Tage nacheinander von Gasse zu (Jasse, von Haus 
zu Haus. Wo irgend einem die Ehre ihres Besuchs wiederfuhr, 
— sie wiederfuhr sehr vielen, — sehwung der Anführer die 
Fahne, die Knaben tanzten, wanden unter dem Tanze iWv 
Bänder um die Stange, tanzten sodann an zwöltfarbigen Bändern 
um dieselbe. Während dessen sehwung der Stiftsträger sein 
Gläslein und trank auf die Gesundheit desjenigen, von dem 



80K F. Pl'atV. HHiisjakob, Volkstrachten. Bcrichti^run^. Nticlitra^. 

Auch die Alomaiiiiia wird das Ilire an ihrem Teile zu tun 
lu'inüiit s«-iii uinl in nicht IVriMT Zt*it mit Ite^timmten Bitten 
und Vorschliijifcn an ihre Mitai'))cit(M' und Knumdo h(M*an treten. 

K. P. 



Jlansjaktth. Unsere Volkstrachten. Ein Wort zu ihrer 
^:rhalt.un^^ Freiburg i. B., Herder, I8l»2. 24 S. 8" 0,25 M. 

lOrhaltun^ dtM* Volkstracht bedeutet last so viel wie 
Krhaltun^ des Haurrnstands und damit <les gesamten Staats- 
wesens, «las macht uns der bekannte Niilksschriftsteller hier 
klar in(iem er vier Krap'U l)eantwnrtet : I. Wie sind die Volks- 
traciiten entstand«*ny 2. Warum haben sie abgenommen? 
:i. Warum soll man sie eriialten? 4. \Vi<* kann man sie er- 
hallen? Der Malei" W. Ilasrmann in (TUtaeh. <ler auch die 
beiden IIansj;tkol»s Sehrit't »r<"leitenden reizenden Bildchen 
zriehnet«'. hat die .\nrt^«^un^ jre^el»en und sirh dadurch den Dank 
aller Vt»lk>tVeuinle vei'dii*nt. Ilansjak»)!) wr^ndet sicli nut ernster 
Mahnun^^ an Stadt und Tiand: ich kann nur wünschen, dass 
man seine Stimme auch hr>re und richte an .jeden, der es 
mit <lem Wo! des d<'utschen Vaterlands j»ut meint, die Bitte zur 
X'erbreitun;!: fies nur wenifife l^tenni«i'e kostenden Schritlchens 
nach Kriittfu b«'izutra^(*n. F. P. 



HKUICHTKiüNcJ. 

Anmerkung*" -') S. 1»9. welcJH* als Kr«^iinzun^^ der Anui. «) 
S. W7t IV. dienen s<»lltr. ist durch rin Xersehrn an eine un- 
richtig* Stellt' ^rk<)mmen. 



XAC'lTKAli. 

Zu «Irr .Mini'ilun<r von J. Sarrazin übrr das Narrf;ng(;rlcht 
zu St<K*k;ieh S. Jl v;;!. 1 faager in <len Schriften tles VtM'eins 
I". (iesch. d. i^Mb-nsrfs V (ls7t), 147—152. 



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